Buchbesprechung: Physikdidaktik in der Praxis
W. Reusch, Physikalisches Institut, Uni Würzburg
 

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Buchbesprechung:

Physikdidaktik in der Praxis
Ernst Kircher, Werner B. Schneider (Hrsg.)
Springer-Verlag, Heidelberg, 2002, 2. Auflage Sept. 2003
376 S., 34,95 EUR; ISBN 3-540-41937-3

Die Konzeption von "Physikdidaktik in der Praxis" stellt eine folgerichtige und wertvolle Ergänzung von "Physikdidaktik &endash; eine Einführung" (ISBN 3-540-41936-5) dar. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage "Warum soll welche Physik an Schulen unterrichtet werden?", sondern es wird an interessanten Beispielen konkretisiert, wie Physik und Technik in einem grundsätzlich "offenen" Physikunterricht realisiert werden können.

Im Kapitel 1 wird der Zusammenhang zwischen "Alltagsvorstellungen von Schülerinnen und Schülern" und "Interesse am Physik lernen" anhand der Inhalte "Wärme &endash; Temperatur &endash; Energie" sowie "Teilchenmodell" sehr verständlich und überzeugend für eine praktische Umsetzung aufgezeigt. Nützlich ist eine ergänzende Literaturübersicht zu Alltagsvorstellungen.

Im Kapitel 2 werden konkrete und auch realisierbare Vorschläge gemacht, wie man bei einer größeren Sensibilität auf Seiten der Lehrkräfte mit einem "mädchenfreundlichen" Unterrichtsstil und einer inhaltlichen Aufbereitung, die den Interessen der Mädchen entgegenkommt, das Fach Physik beliebter gestalten kann.

Aktuelle Inhalte der modernen Physik wie z. B. Quantenphysik, Elementarteilchenphysik, Kosmologie, nichtlineare Physik, Quanteninformationsverarbeitung und neue Halbleitermaterialien werden im 3. Kapitel als Übersichtsbeiträge in für Physiklehrer elementarisierter Form dargestellt. Sie sind gut für ein qualitatives Verständnis geeignet und regen an, sich mit diesen Themen weiter zu beschäftigen. Wünschenswert wären noch mehr Hinweise, wie man diese aktuellen Themen konkreter in einer Unterrichtsplanung umsetzen kann.

Für die Unterrichtspraxis sehr geeignet sind die Kapitel 4, 5 und 6, in denen erfolgreiche und aktuelle Unterrichtsmethoden sowie moderne Medien, an für Schüler interessanten Beispielen informativ und nachahmenswert aufbereitet, vorgestellt werden. Projekte: "Sonnenenergie", "Selbstgebaute Kamera", "Induktionsmotore"; Lernzirkel: "Akustik" und "Laser"; Nutzung des Internets im Physikunterricht; Freihandversuche; Gespielte Physik &endash; Spielerische Physik.

Das abschließende 7. Kapitel mit den Themen "Unterrichtsplanung" und "Unterrichtsanalyse" ist hilfreich, sich die notwendigen Kompetenzen für einen erfolgreichen Physikunterricht anzueignen, die für das ganze Berufsleben von entscheidender Bedeutung sind.

Mit diesem Buch ist es den Herausgebern insgesamt gut gelungen, Studierenden und Referendaren aller Lehrämter mit dem Fach Physik aber auch allen an der Didaktik ihres Faches interessierten Physiklehrerinnen und Physiklehrern praktische Beispiele und Informationen zu geben, wie man Physikunterricht für Schülerinnen und Schüler attraktiver gestalten kann.

Jürgen Miericke
Physik-Seminarlehrer am Hardenberg-Gymnasium Fürth
Landesfachgruppenleiter Physik im
bpv
Mitglied des Vorstandsrates der
DPG

Kontakt: miericke@odn.de

 

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 Letzte Änderung: 08/09/2003